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Screenshot Sonderschacht mit detailierten Bauteilen in 3D

Kurz nach Release von BricsCAD V24 haben wir auch den cseTools 2023 im November ein Update spendiert. Die Version trägt die Releasenummer 20.23.651 und bringt neben der Kompatibilität mit BricsCAD V24 auch einige Verbesserungen für die Kanal- und Leitungsmodule sowie der Koordinatentransformation mit sich. Viele der Verbesserungen basieren auf den Wünschen unserer User.

In diesem Artikel möchte ich meine 10 wichtigsten Neu- und Verbesserungen etwas genauer unter die Lupe nehmen. Die ungefilterte Liste aller Release-Notes gibt es hier: https://www.csetools.de/download/release-notes/745-release-651

1.

Wie im Teaser schon angekündigt, sind die cseTools jetzt auch kompatibel mit BricsCAD V24. Jetzt werden also je Basis-CAD sieben Versionen unterstützt. Von AutoCAD 2018 bis 2024 und BricsCAD V18 bis V24.

BricsCAD V24 selbst hat viele interessante Neuerungen im Bereich der „Civil-Funktionalitäten“. So z. B. auch bei den Vermessungspunkten („Civil-Punkte“). Diese neuen Vermessungspunkte werden durch die cseTools erkannt und können z. B. für die Bestandserfassung von Kanal- oder Leitungsnetzen genutzt werden.

Achtung: Vermessungspunkte, die in V24 eingelesen wurden, sind nicht abwärtskompatibel und werden unter BricsCAD V23 und niedriger lediglich als Proxy-Elemente angezeigt.

Screenshot Civil-Punkte von BricsCAD für Schachtkonstruktion verwenden

2.

Bisher war der IFC-Export für Kanal- und Leitungsdaten nur unter BricsCAD BIM verfügbar. Jetzt kann auch der IFC-Export unter Autodesk Civil 3D genutzt werden.

Nachdem die Netzelemente 3-dimensional erzeugt wurden, kann entweder das gesamte Projekt mit allen Kanal- und Leitungsdaten exportiert werden, oder man differenziert genau, welche Daten nach IFC übergeben werden sollen.

Per Befehl cseIFCexport werden alle Netzelemente unabhängig vom Modul exportiert.

Differenzierter kann man exportieren, wenn man über das entsprechende Menü geht. Exportieren -> BIM IFC-Format gibt es in allen Planungs- und Katastermodulen. Hier kann man selektierte Objekte wählen und über die Einstellungen auch genau festlegen, welche Attribute mit exportiert werden sollen.

Screenshot Kanaldaten nach IFC Exportieren

Unter Civil 3D wählt man danach noch aus den drei standardmäßig verfügbaren IFC-Versionen IFC2x3, IFC4 oder IFC4x1 aus.

Screenshot Einstellungen für IFC-Export in Civil 3D

Wenn man die „IFC 4.3 Extension für Autodesk Civil 3D“ installiert hat, kommt diese Auswahl nach dem Starten des Exports nicht und es wird ausschließlich das IFC4.3-Format geschrieben.

Auf das Thema des IFC-Exports werden wir hier im Blog oder auf unserem YouTube-Kanal demnächst noch genauer eingehen.

3.

Werden Schächte 3-dimensional dargestellt, wird jedes Bauteil für sich selbst als Volumenkörper erzeugt. Neu ist jetzt, dass auch bei Schächten mit einem flächenförmigen Unterteil (Sonderschacht) der Schachtboden und Übergangsplatten separat erzeugt und die Schächte damit noch realistischer abgebildet werden.

Screenshot Vergleich Sonderschacht 3D alt und neu

4.

Im Zuge der Koordinatentransformation werden jetzt auch benannte Ansichten mit transformiert. Das klingt erst mal recht unspektakulär, ist aber sehr hilfreich, wenn man mit dem Projekt auf Basis des neuen Koordinatensystems weiter arbeitet und sich bestimme Ausschnitte des Lageplans oder Ansichten gespeichert hat.

Screenshot Befehlsprotokoll mit Hinweis auf Transformation der Ansichten

Außerdem freuen wir uns, eine weitere lokale Spezialität aus dem Norden mit in die Transformationen in ein Lokales System (LCRS) einfließen lassen zu können. So ist die Transformation von/nach dem für Hamburg häufig verwendeten Quellsystem „3GK3 Hamburg“ möglich. Das ist ein Koordinatenreferenzsystem auf Basis ETRS89 mit Gauß-Krüger-Abbildung, ähnlich dem EPSG-Code 8395, jedoch mit „falschem“ Rechtswert von 3.500.000m.

Screenshot Auswahl spezielles Koordinatensystem von Hamburg

5.

Beim Erzeugen von Winkel- bzw. Knickpunkten in Kanal und Leitung erscheint jetzt ein zusätzlicher Dialog zur Korrektur der Einfügeposition. Damit ist ein noch genaueres Absetzen des Punkts auf der Leitung möglich und man spart sich ggf. Hilfskonstruktionen.

Screenshot Korrektur der Einfügeposition von Knickpunkten

6.

Bleiben wir gleich bei den Winkelpunkten, denn diese haben neue Attribute erhalten. Wir haben von unseren Usern das Feedback bekommen, dass Winkel- bzw. Knickpunkte besonders in der Leitungsplanung gerne genutzt werden, um an festgelegten Punkten in der Leitungstrasse bestimmte Werte wie die aktuelle Überdeckung abzufragen. Diesem Wunsch haben wir uns angenommen und so kann man überall dort, wo es die Attributauswahl gibt („gelbes Hemd“), jetzt die Überdeckung, Rohroberkante, Rohrachse und Rohrunterkante abfragen.

Screenshot Auswahl neuer Attribute von Knick- und Winkelpunkten

7.

Mit meinem Punkt #7 schlage ich auch gleich die Brücke zu den Längsschnitten. Im Längsschnitt Entwurf werden in der Tabelle jetzt die Überdeckungshöhen mit ausgegeben. Nicht nur von den Knickpunkten, sondern von allen punkthaften Objekte wie Schächten oder Knoten. Diese Neuerung ist besonders bei der Höhenplanung im Längsschnitt sinnvoll, da man so immer die Überdeckung zum einen kontrollieren kann, und zum anderen kann man einfach mit der Überdeckung arbeiten, unabhängig von der eigentlichen Rohrdimension.

8.

Eine weitere Verbesserung ist diesmal für den gezeichneten Längsschnitt, dass man sich jetzt nicht nur die am Strangende abgehende, sondern auch einen Teil vom Hauptzulauf mit darstellen und beschriften lassen kann (siehe linke Seite im folgenden Schnitt).

Screenshot Einstellungen Beschriftung von Winkelpuntken im Längsschnitt

Außerdem können jetzt Knick- und Winkelpunkte (also in Kanal und Leitung) mit beliebigen Attributen in der Legende beschriftet werden.

9.

Im Modul Kanalsanierung ist es jetzt möglich, die Kosten zu einzelnen Sanierungsverfahren (für Schächte, Haltungen und Anschlussleitungen) aus einer Excel-Liste einzulesen. Hier findet man jetzt unter Verwalten -> Kosten unten links die Möglichkeit für den Import aus Excel oder einer CSV-Datei.

Damit die Excel- oder CSV-Datei auch die richtige Struktur hat und der Import möglichst reibungslos funktioniert, empfehle ich vorher, sich die Kostenliste einmal in einer Liste ausgeben zu lassen und diese dann als Muster für die neu einzulesenden Kosten zu verwenden.

10.

Bei der Aushubberechnung von Schächten bzw. Schachtbaugruben haben wir jetzt auch ein Prüfdatenblatt im FastReport hinzugefügt. Dieses gibt es schon lange für Haltungen und ist in der Praxis oft sehr hilfreich und aussagekräftig zum Nachweis der Mengenermittlung.

Auf diesem Prüfdatenblatt sind alle Angaben enthalten, um die Volumenermittlung einfach nachvollziehen zu können.

Screenshot Prüfdatenblatt für Aushubberechnung von Schächten